{"id":28,"date":"2018-01-12T11:02:00","date_gmt":"2018-01-12T09:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wp13410784.server-he.de\/?p=28"},"modified":"2020-12-21T11:38:29","modified_gmt":"2020-12-21T09:38:29","slug":"olga-von-bernhard-schlink","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ktinka.com\/?p=28","title":{"rendered":"Olga von Bernhard Schlink"},"content":{"rendered":"<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\n<div class=\"separator\" style=\"clear: both; text-align: center;\">\n<a href=\"http:\/\/wp13410784.server-he.de\/wp-2fbb4-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto2018-10-03um10.31.52-1024x765.png\" imageanchor=\"1\" style=\"margin-left: 1em; margin-right: 1em;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"0\" data-original-height=\"1184\" data-original-width=\"1584\" height=\"478\" src=\"http:\/\/wp13410784.server-he.de\/wp-2fbb4-content\/uploads\/2018\/01\/Bildschirmfoto2018-10-03um10.31.52-1024x765.png\" width=\"640\" \/><\/a><\/div>\n<p>\nLang ersehnt, steht er nun endlich in den Regalen: Der neue Roman von&nbsp;<strong style=\"box-sizing: inherit;\">Bernhard Schlink<\/strong>. In&nbsp;<strong style=\"box-sizing: inherit;\">Olga<\/strong>&nbsp;erz\u00e4hlt Bernhard Schlink die Geschichte einer starken Frau und einer gro\u00dfen Liebe.&nbsp;Schlinks Hauptfigur Olga ist klug und \u00e4u\u00dferst wissbegierig. Anders als andere junge Frauen, hat sie nicht nur Mode und M\u00e4nner im Kopf. Statt von Kleidern, tr\u00e4umt sie von Bildung. Und von Reisen nach Paris und London, \u00bbSt\u00e4dte, \u00fcber die sie in Meyers Konversationslexikon gelesen hatte\u00ab (S.29). Das Schicksal jedoch meint es nicht allzu gut mit ihr.<span id=\"more-1132\" style=\"box-sizing: inherit;\"><\/span><\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\nOlgas Leben ist was man salopp&nbsp;<span style=\"box-sizing: inherit; font-style: italic;\">bewegt<\/span>&nbsp;nennt. Schlinks Roman erz\u00e4hlt auf raffinierte Art von den H\u00f6hen und Tiefen in ihrem Leben. Zun\u00e4chst ruhig und empathisch, dann jedoch mit voller emotionaler Wucht. Olga \u2013 und ihr Schicksal -, kann man nur schwerlich wieder vergessen.<\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\n<\/div>\n<h2 style=\"box-sizing: inherit; clear: both; color: #333333; font-family: &quot;Playfair Display&quot;; font-size: 35px; font-weight: 400; letter-spacing: 0px; line-height: 1; margin: 0px 0px 0.3em; padding-top: 2px;\">\nDer erste Teil: Olga &amp; Herbert<\/h2>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\nIm Mittelpunkt des ersten Teils von \u00bbOlga\u00ab steht die Liebesbeziehung zwischen Olga und Herbert. Olga ist Waise, Herbert der Sohn eines wohlhabenden Gutsherren. Olga strebt nach Bildung, sie will Lehrerin werden. Herbert seinerseits hat andere Pl\u00e4ne, lernen interessiert ihn kaum. Er tr\u00e4umt davon Abenteuer zu erleben.&nbsp;Schon als Kind kam er nicht schnell genug von Stelle, wollte das Laufen lernen \u00fcberspringen und gleich rennen. Die beiden treffen sich heimlich. Herbert fragt sie dann: \u00bbWas wei\u00dft du, was du heute Morgen noch nicht wusstest?\u00ab<\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\nDer Widerstand, dem diese Beziehung begegnen wird, ist Olga von Beginn an klar: \u00bbDu wirst mich nie heiraten, nicht jetzt, wo du zum Heiraten zu jung bist, und sp\u00e4ter nicht, weil deine Eltern eine bessere Partie f\u00fcr dich finden werden.\u00ab (S.40) Tats\u00e4chlich sperren sich Herberts Eltern gegen die Verbindung. Und auch Herberts Schwester, Victoria, die einst selbst mit Olga befreundet war, stellt sich gegen die Beziehung und versucht mit aller Macht die beiden Verliebten auseinander zu bringen. Dennoch: Olga und Herbert bleiben ein Paar. Auch als Olgas gr\u00f6\u00dfter Wunsch, die Aufnahme am staatlichen Lehrerinnenseminar, in Erf\u00fcllung geht. Auch als Herbert beginnt als Soldat erst durch Afrika und dann durch die restliche Welt zu reisen. Die Liebe endet jedoch tragisch: Von seiner letzten Reise kehrt Herbert nicht zur\u00fcck.<\/div>\n<h2 style=\"box-sizing: inherit; clear: both; color: #333333; font-family: &quot;Playfair Display&quot;; font-size: 35px; font-weight: 400; letter-spacing: 0px; line-height: 1; margin: 0px 0px 0.3em; padding-top: 2px;\">\nDer zweite Teil: Ferdinand, der Erz\u00e4hler<\/h2>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\nIm zweiten Teil begegnen wir dem Erz\u00e4hler der Geschichte, Ferdinand, einem Mann, in dessen Familie Olga als N\u00e4herin gearbeitet hat. \u00bbSie kam alle zwei bis drei Monate f\u00fcr mehrere Tage. Sie machte Kleider, R\u00f6cke und Blusen, Jacken, Hosen und Hemden, die von Onkeln und Tanten abgelegt worden waren, f\u00fcr meine gro\u00dfen Schwestern und meinen gro\u00dfen Bruder passend und, wenn dieser aus ihnen heraus gewachsen war, f\u00fcr mich.\u00ab (S.115) Ferdinand berichtet von seiner Kindheit, in der Olga einen festen Platz einnimmt.&nbsp;Olga liest dem kleinen Jungen vor und beginnt schlie\u00dflich auch von Herbert zu erz\u00e4hlen: \u00bbAls ich gr\u00f6\u00dfer war und von Robinson und Gulliver las, mit Sven Hedin durch Asiens W\u00fcsten und mit Roald Amundsen zum S\u00fcdpol zog, erz\u00e4hlte Frau Rinke mir von Herberts Reisen und Abenteuern.\u00ab (S.123)&nbsp;Ferdinand und Olga stehen sich nahe, sie sprechen \u00fcber Politik, \u00fcber das Leben. Ihre Verbindung reist nicht ab, auch als Olga \u2013 unter mysteri\u00f6sen Umst\u00e4nden \u2013 stirbt. Ferdinand kennt Olga, ihre Lebensgeschichte, es bleiben jedoch Geheimnisse, die ihm keine Ruhe lassen und er beginnt nachzuforschen. Am Ende dieser Nachforschungen stehen die Briefe, die Olga an Herbert geschrieben hat.<\/div>\n<h2 style=\"box-sizing: inherit; clear: both; color: #333333; font-family: &quot;Playfair Display&quot;; font-size: 35px; font-weight: 400; letter-spacing: 0px; line-height: 1; margin: 0px 0px 0.3em; padding-top: 2px;\">\nDer dritte Teil: \u00bbHerbert, mein Lieber!\u00ab<\/h2>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\nMit diesen Briefen beginnt der dritte und letzte Teil von Schlinks Romans. Es ist Olgas Stimme, die dem Leser auf den letzten Seiten der Geschichte entgegen tritt. Olgas Briefe umspannen Zeitraum von 1913 bis 1971, sie verdeutlichen, dass sie den Tod ihrer gro\u00dfen Liebe niemals wirklich \u00fcberwunden hat. Sie schrieb, Jahrzehnte lang, obgleich sie wusste, dass sie niemals eine Antwort erhalten w\u00fcrde. W\u00e4hrend die ersten beiden Teile des Romans gepr\u00e4gt sind von Schlinks ruhiger, doch emphatischer Erz\u00e4hlweise, die man bereits aus \u00bbDer Vorleser\u00ab kennt, ist der letzte Teil des Romans gepr\u00e4gt von gro\u00dfer Emotionalit\u00e4t. Auch l\u00f6sen die Briefe das R\u00e4tsel um Olgas Tod und lassen den Leser baff, schmunzelnd aber auch voller Bewunderung f\u00fcr Olga zur\u00fcck.<\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\nBernhard Schlinks Romane handeln h\u00e4ufig von Recht und Gerechtigkeit und auch \u00bbOlga\u00ab bildet keine Ausnahme. Untrennbar verbunden mit der Geschichte des Romans ist die deutsche Geschichte.&nbsp;Der Roman umspannt ein ganzes Jahrhundert: Die Kolonialzeit, den V\u00f6lkermord an den Herero, den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den Zweiten Weltkrieg, die Flucht aus Pommern und schlie\u00dflich unsere Zeit.&nbsp;Olga und Herbert sind Kinder ihrer Zeit. Einer Zeit, die das Leben vielleicht mehr und st\u00e4rker beeinflusste als das heute der Fall ist. Soziale Ungerechtigkeiten und Konventionen zeigten W\u00fcnschen und Sehns\u00fcchte deutliche Grenzen auf. Mit Olga hat Schlink eine unvergessliche Figur erschaffen: Klug, g\u00fctig und herzensgut.<\/div>\n<blockquote style=\"border-left-color: rgb(221, 221, 221); border-left-style: solid; border-left-width: 1px; box-sizing: inherit; font-family: Amiri, serif; font-size: 2.0304em; letter-spacing: 0px; line-height: 1.2; margin: 1.2em 1.5em; padding-left: 1.3em; quotes: &quot;&quot; &quot;&quot;;\">\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: inherit; font-size: inherit; letter-spacing: inherit; line-height: inherit; margin-bottom: 0.8em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\n\u00bbGeschichte ist nicht die Vergangenheit,<br \/>\nwie sie wirklich war.&nbsp;Es ist die Gestalt,<br \/>\ndie wir ihr geben.\u00ab (S.211)<\/div>\n<\/blockquote>\n<h2 style=\"box-sizing: inherit; clear: both; color: #333333; font-family: &quot;Playfair Display&quot;; font-size: 35px; font-weight: 400; letter-spacing: 0px; line-height: 1; margin: 0px 0px 0.3em; padding-top: 2px;\">\n\u00dcber Bernhard Schlink:<\/h2>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\nBernhard Schlink wurde 1944 in der N\u00e4he von Bielefeld geboren. Er ist Jurist und lebt in Berlin und New York. Bereits in den sp\u00e4ten 80er und fr\u00fchen 90er Jahren machte Schlink sich durch seine Krimi-Triologie \u00fcber den Privatdetektiv Gerhard Selb einen Namen als Schriftsteller. Der 1995 erschienene Roman \u00bbDer Vorleser\u00ab schlie\u00dflich begr\u00fcndete Schlinks internationalen Durchbruch. \u00bbDer Vorleser\u00ab wurde zum erfolgreichsten Werk der deutschsprachigen Erinnerungsliteratur. Schlinks Geschichte \u00fcber die Liebes eines Teenagers zu einer ehemaligen KZ-Aufseherin wurde in \u00fcber 50 Sprachen \u00fcbersetzt und 2009 von Stephen Daldry mit Kate Winslet, die f\u00fcr ihre Darstellung einen Oscar gewann, verfilmt.<\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\n<\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\n<strong style=\"box-sizing: inherit;\">OLGA<\/strong>&nbsp;von&nbsp;<strong style=\"box-sizing: inherit;\">BERNHARD SCHLINK<\/strong><br \/>\nDiogenes Verlag. 320 Seiten. 24,00 Euro.<br \/>\nLeinenband mit Schutzumschlag.<\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px;\">\n<\/div>\n<div style=\"box-sizing: inherit; color: #333333; font-family: Cardo; font-size: 18px; letter-spacing: 1px; line-height: 1.5; margin-bottom: 1.4em; margin-top: 21px; padding-left: 8px; padding-right: 10px; text-align: center;\">\nVielen Dank an den&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.diogenes.ch\/leser\/autoren\/s\/bernhard-schlink.html\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\" style=\"box-sizing: inherit; color: #f5c7b8; font-weight: bold; text-decoration: none; transition: all 0.1s ease-in-out;\" target=\"_blank\">Diogenes Verlag<\/a>&nbsp;f\u00fcr das Leseexemplar!<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lang ersehnt, steht er nun endlich in den Regalen: Der neue Roman von&nbsp;Bernhard Schlink. 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